Onboarding

Onboarding - Tipps, Tricks & Rock’n’Roll

Der Prozess, der über Erfolg und Misserfolg mit neuen Mitarbeiter:innen entscheidet. Was ist das überhaupt? Was gehört dazu? Und was sind ide 10 wichtigsten, ersten Schritte?


Endlich! Der oder die neue Mitarbeiter:in konnte eingestellt, der Arbeitsvertrag erfolgreich unterschrieben werden. Frisches Expertenwissen, mehr Zeit für jede Aufgabe durch bessere Aufteilung und vor allem – ein neues Teammitglied! Für Unternehmer:innen gibt es wohl kaum einen größeren Fortschritt im Business, als die Erweiterung des Teams.

Doch sobald der / die neue Mitarbeiter:in dann da ist, stellen sich – auch uns selbst – immer wieder dieselben vielen Fragen:

  1. Wie führe ich diesen neuen, motivierten Menschen am effektivsten in die neue Stelle ein?
  2. Wie lange dauert dieses Onboarding – wann kann alles an Potenzial ausgeschöpft werden?
  3. Was muss ich beim Onboarding besonders beachten, um nachher nicht vor Problemen zu stehen?

Praktisch jede:r Unternehmer:in stellt sich diese Fragen – und wir helfen mit den Antworten!

 

Was ist überhaupt ein Onboarding?

Neumodischer Quatsch oder absolutes Muss?

Was als Anglizismus daherkommt, bedeutet, dass ein:e neue:r Mitarbeiter:in sowohl in die fachlichen Prozesse als auch in die soziale Kultur eines Unternehmens eingeführt wird.
Sprich, er oder sie wird allen vorgestellt, der Schreibtisch wird zugeteilt (wenn es da eine Zuteilung gibt), das Arbeitsmaterial bereitgestellt, usw. …

Ein Onboarding ist also der Prozess, der maßgeblich darüber entscheidet, ob sich der / die neue Mitarbeiter:in gut ins Team eingliedern und später seine / ihre Aufgaben adäquat erledigen kann.
Drastisch ausgedrückt: Das Onboarding entscheidet über Gedeih und Verderb der Neuanstellung.

Ein absolutes Muss, keineswegs neumodischer Quatsch!

 

Was gehört zum Onboarding?

Welche Schritte nötig sind

Ein erfolgreiches Onboarding besteht im Wesentlichen aus drei Ebenen.

                1. Die soziale Inklusion
                2. Die fachliche Inklusion
                3. Die werteorientierte Inklusion

Zu Punkt 1 gehört die Integration in den Arbeitsalltag mit allen Kolleg:innen. Gemeinsame Pausen, Team-Events, sogar Workations können hier einen enormen Beitrag leisten.
Ganz im Sinne von Henry Ford:

„Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ein Fortschritt und zusammenarbeiten ein Erfolg.“

Zu Punkt 2 gehört die Einführung in alle fachlichen Bereiche der neuen Herausforderung. Interne Prozesse vorstellen, externe Kommunikationsweisen erklären und insbesondere den eigentlichen Aufgabenbereich abbilden.

Die ersten beiden Punkte erscheinen völlig logisch – auch, wenn Punkt 1 leider zu häufig mit einem „klappt schon“ lapidar abgetan wird.
Punkt 3 findet allerdings noch viel weniger Beachtung.

Onboarding Team

Fatal! Denn die positiv konnotierte Identifikation mit der eigenen Arbeit, dem / der eigenen Arbeitgeber:in ist zentral für die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter:innen, wie der Arbeitspsychologe Theo Wehner in diesem Interview mit der Zeit herausstellt.
Und genau deswegen müssen gerade die Werte und Ziele Ihres Unternehmens Ihren Mitarbeiter:innen auch mehr als deutlich gemacht werden. Sie müssen verinnerlicht werden, auch, um das Unternehmen als Mitarbeiter:in angemessen vertreten zu können.

Werden diese (tatsächlich!) drei Ebenen beachtet, wird aus der / dem neuen Hoffnungsträger:in mit Sicherheit ein:e wertvolle:r Mitarbeiter:in!

 

Wie funktioniert ein Onboarding in der hybriden Arbeitswelt?

Und geht das auch, wenn der / die Mitarbeiter:in gar nicht vor Ort ist?

Gerade seit der Corona-Pandemie haben die Homeoffice-Möglichkeiten stark zugenommen.
Es gehört praktisch schon zum guten Ton als Arbeitgeber:in das Homeoffice anzubieten.
Ein Onboarding wird dadurch aber keinesfalls leichter.
Ist ein:e Mitarbeiter:in nicht vor Ort – oder im hybriden Modell nur teilweise – ist beispielsweise die soziale Eingliederung ins Team womöglich eine große Herausforderung.

In diesem Fall ist es empfehlenswert auf digitale Events zu setzen.
Hier kommen alle Mitarbeiter:innen zusammen, können sich kennenlernen – und fühlen sich vielleicht sogar noch ein wenig wohler, weil sie beim Erstkontakt nicht auch noch direkt eine vollkommen neue Umgebung wahrnehmen müssen.
Beliebt dafür ist beispielsweise eine Art „Blind-Date“ Variante. Man gibt gewisse Fragen vor und lässt dann alle Teilnehmer:innen paarweise in Break-Out-Rooms zusammenkommen.
So hat man jedes Gesicht zumindest schon einmal gesehen und kann direkt einiges damit verbinden.

Eine andere Möglichkeit sind einmalige Team-Events, zu denen jede:r anreisen kann, wenn er oder sie möchte.

Das Onboarding in der hybriden Arbeitswelt scheint zumindest um ein Vielfaches komplizierter – muss es aber nicht sein. Wenn beide Seiten dazu gewillt sind, die heutigen digitalen Möglichkeiten voll auszuschöpfen, kann hier ein Onboarding mindestens genauso intensiv wie sinnvoll vonstattengehen.

 

Die ersten 10 Schritte in den ersten zwei Wochen

Eine Übersicht

  1. Erstellen eines Onboarding-Plans mit allen wichtigen Beteiligten – damit auch kein Punkt vergessen wird
  2. Bereitstellen aller nötigen Materialien für den / die neue Mitarbeiter:in
  3. Übersicht über alle Räumlichkeiten (je nach Größe) – wenig lässt ein:e neue Mitarbeiter:in so unwohl fühlen, wie Orientierungslosigkeit
  4. Vorstellung aller Teammitglieder
  5. Ein:e Ansprechpartner:in für den / die neue Kolleg:in – sodass immer jemand ein offenes Ohr hat
  6. Vermitteln aller Werte und Normen Ihres Unternehmens durch Gespräche
  7. Einführung in interne wie externe Prozesse
  8. Aufzeigen des Arbeitsgebiets
  9. Feedback-Gespräch nach einer Woche, um etwaige Lücken in Integration und Orientierung füllen zu können
  10. Bei Homeoffice: Sicherstellen der technisch-adäquaten Ausstattung und Organisation von digitalen Team-Events für den sozialen Aspekt

 

Wie lange dauert ein erfolgreiches Onboarding?

Wann ist das neue Talent voll verfügbar?

Den Startschuss setzt die Unterschrift auf dem Arbeitsvertrag zwischen Ihnen und Ihrer / Ihrem neuen Mitarbeiter:in. Enden kann das Onboarding theoretisch nach einem Tag, was allerdings eher weniger sinnvoll wäre. Von einem abrupten Ende zu sprechen, ist hier allerdings ohnehin völlig utopisch.

Es ist mehr ein schleichender Prozess, bei dem Ihr:e neue:r Mitarbeiter:in immer weniger Hilfe benötigt und nach einiger Zeit komplett eigenständig arbeiten kann.

Natürlich ist der Wunsch nach einer von Beginn an voll belastbaren Arbeitskraft groß – Druck und Stress am Anfang führen aber auch häufig zu einer schnellen Kündigung. Passt der Einstieg nicht, ist die Zukunft von beiden Seiten stark gefährdet.

Deswegen empfiehlt es sich unumstritten, dem Onboarding die Zeit zu geben, die es eben braucht, und nicht zu hetzen. Mehr als sechs Monate (Probezeit) dauert es ohnehin praktisch nie.

 

Fazit

Ein professionell geplantes Onboarding ist das A & O für die künftige Zusammenarbeit von Arbeitnehmer:in und Ihnen, dem oder der Arbeitgeber:in.
Sowohl auf sozialer, als auch auf fachlicher Ebene können durch ein erfolgreiches Onboarding spätere (gravierende) Fehler vermieden, seelische Gesundheit gefördert werden.

Ein geduldiges wie nachhaltiges Onboarding ist folglich keine Option.
Es ist die Voraussetzungen für den Erfolg Ihres Unternehmens.

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