Unternehmenswerte

Unternehmenswerte – festsetzen und vermitteln

Unternehmenswerte vermitteln – aber wie? Dieser Frage stellen sich immer mehr Unternehmer:innen. Und mindestens genauso wichtig: Wie setze ich Unternehmenswerte denn überhaupt erst fest?


Offenheit als Grundlage, Nachhaltigkeit als Spitzenreiter und Diversität als langsam aufkommender Trend. Die Werte eines Unternehmens entscheiden nicht nur maßgeblich über die Teamkultur – sie sind von größter Bedeutung für den Erfolg von Stellenausschreibungen, internen Entscheidungen sowie externer Kommunikation.

 

Nichts bestimmt den beruflichen Alltag so sehr, wie die Werte, die ein Unternehmen für sich festgelegt hat.
Doch … wer setzt diese Werte fest? Wie viele Werte benötigt ein wertestabiles Unternehmen? Wofür braucht man generell Werte? Und wie macht man diese tatsächlich präsent?

Beginnen wir am besten am Anfang.

 

Was sind Unternehmenswerte?

Wortmalerei oder wesentlicher Bestandteil?

Um die Antwort gleich vorwegzunehmen: Sie sind ein wesentlicher Bestandteil einer jeden Führungs- und Teamkultur.
Unternehmenswerte sind Werte, Einstellungen, die das Unternehmen sowohl nach innen, als auch nach außen kompromisslos vertritt.
Diese dienen allerdings nicht nur zur Show: An diesen Leitwerten orientieren sich alle Mitarbeiter:innen bei Entscheidungen zu Strategie und Partner-Management, zu Führungsfragen und zu allgemeinen Verhaltensweisen.

Also, was sind Unternehmenswerte?
Allgemein festgesetzte, richtungsweisende Einstellungen des Unternehmens, die alle Mitarbeiter:innen verinnerlichen sollten.
Nur so kann das Unternehmen auch perfekt vertreten werden.

 

Unternehmenswerte festsetzenWer setzt Unternehmenswerte fest?

Bottom up oder Top-down?

Man kann es sich bei Unternehmenswerten natürlich einfach machen.
Der oder die Geschäftsführer:in setzt sie einmal fest, lässt sie auf 24 Whiteboards (in rot) schreiben und fordert Verinnerlichung.
Dass das so nicht funktionieren wird, sieht wohl jede:r.

Dabei ist die Lösung eigentlich ganz einfach.
Eure Mitarbeiter:innen sollen die Unternehmenswerte verinnerlichen, vertreten, verbreiten.
Also setzen auch Eure Mitarbeiter:innen die Unternehmenswerte fest.

Wenngleich eine Absprache mit der Unternehmensführung obligatorisch ist, ist es doch lediglich eine logische Konsequenz die Mitarbeiter:innen an der Festsetzung der für sie so wichtigen Werte partizipieren zu lassen.

Sind die Unternehmenswerte dann einmal gemeinsam, beispielsweise in Workshops, erarbeitet worden, sind sie auch schon verinnerlicht.

Also, wer setzt Unternehmenswerte fest?
Natürlich die, die sie mehrheitlich anwenden: die Mitarbeiter:innen.

 

Wie macht man Unternehmenswerte (wirklich) präsent?

Rundmail oder intensive Vermittlung

Mit einem Memo an alle Mitarbeiter:innen ist das nicht getan.
Aber selbst wenn Euer Unternehmen den Weg geht, dass alle Mitarbeiter:innen an der Festsetzung partizipieren dürfen, müssen die Werte neuen Mitarbeiter:innen vermittelt werden.
Jedes Mal ändern, wenn ein:e neue:r Mitarbeiter:in kommt, ergibt nun auch keinen Sinn.

Aber sogar im direkten Gespräch ist es dann schwierig, dass die Werte von Grund auf verinnerlicht werden.
Die Lösung besteht aus zwei Schritten:

  1. Radikale Integration ins Onboarding
  2. Workshops – Nebeneffekt: Teambuilding

Unternehmenswerte müssen von vornherein in das Onboarding aller neuen Mitarbeiter:innen integriert sein.
Wie?
An erster Stelle steht natürlich Kommunikation. Um Unternehmenswerte verinnerlichen zu können, muss man sie kennen.
Doch damit ist es nicht getan. Der zweite Schritt ist die Wiederholung. Je nachdem wie viele Unternehmenswerte präsent sein müssen, ist es nicht einmal so einfach sie sich alle beim ersten Gespräch überhaupt zu merken.
Und der dritte Schritt ist das Vorbild. Die Vorbildfunktion von erfahrenen Mitarbeiter:innen ist keineswegs zu unterschätzen.

Werden die Unternehmenswerte nicht nur den ganzen Tag wiederholt, sondern tatsächlich anwendet, ist das schon ein großer Schritt. Aber wie wäre es damit, bei Entscheidungen den / die neue:n Mitarbeiter:in direkt an die Hand zu nehmen und zu erklären, dass man diese Entscheidung wegen dieses Unternehmenswertes trifft?
So können die Werte sehr viel praxisnäher vermittelt, direkt mit Sinn aufgeladen werden.

Die zweite Möglichkeit: Workshops.
Bei bereits bestehenden Teams sind neue oder gar zu viele Unternehmenswerte immer schwieriger zu vermitteln.
Besonders kompliziert wird es, wenn es so viele Unternehmenswerte gibt, dass selbst Führungskräfte sie nicht mehr alle kennen.
Dann heißt es Umbau, respektive Anpassung.
Und zwar am effektivsten mit einem Workshop.

Für einige Tage mit allen Mitarbeiter:innen (ab einer gewissen Anzahl in Gruppen) die entscheidenden Unternehmenswerte auswählen und diese dann einzeln in Arbeitsgruppen behandeln.

Also, wie macht man Unternehmenswerte (wirklich) präsent?
Mit Ausdauer, konsequenter Integration in das Onboarding bei neuen Mitarbeiter:innen und vor allem Kommunikation und Vorbildsgedanke.
So werden aus Werten Leitbilder. Und Leitbilder sind greif-, anwendbar.

 

Ein Positivbeispiel

Für unseren Geschäftsführer und Co-Gründer Jascha Sombrutzki sind insbesondere Toleranz / Diversity und eine gute, offene Feedback-Kultur von besonderer Bedeutung.
Umgemünzt auf einen Unternehmenswert heißt das: Workshop.
Und genau deswegen führen wir jetzt einen Workshop zu unserem Unternehmenswert „Offenheit“ durch. Hören Stimmen aus den Reihen der Mitarbeiter:innen, was für sie Offenheit bedeutet.
Wie man Offenheit kommuniziert. Wie man tatsächlich Offenheit praktiziert, eine Umsetzung vorschlagen. So ein Workshop zum Unternehmenswert „Offenheit“ bedeutet auch klarzumachen, dass unterschiedliche Menschen unterschiedlich kommunizieren.
Der Eine sagt „Das ist scheiße, mach das anders“ und die Andere sagt „Was hältst Du denn von dieser Variante?“. Ankommen kann es ganz verschieden. Gemeint ist dennoch dasselbe.

Es geht schlicht darum zu zeigen, zu erarbeiten, was unser Unternehmenswert „Offenheit“ denn tatsächlich bedeutet.

 

Fazit

Unternehmenswerte zu setzen ist die erste Aufgabe. Sie zu vermitteln, die zweite. Und die weitaus schwierigere.
Euer Unternehmen muss mit Sicherheit auch seinen eigenen Weg dafür finden – mit unseren kleinen Tipps hier, ist aber mindestens der Anfang schon gemacht.
Wichtig ist uns zum Abschluss aber noch: Wir sind alle Menschen, wir alle haben Einstellungen und Werte, die sich womöglich unterscheiden.
Das ist aber kein Nachteil. Es ist unsere größte Chance.
Weil wir nur dadurch tatsächlich offen sein können.
Für Neues. Für Multikulti. Für uns untereinander.

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